Keyvisual

"Nachtwächterin"

„Was macht eigentlich eine Diakonin?“ Diese Fragen stellen sich oft, wenn ich davon erzähle, dass ich Rummelsberger Diakonin bin. Gar nicht so leicht ist es dann manchmal in 2-3 Sätzen zu erklären, was mich als Diakonin ausmacht, für was ich stehe. Kurz zu meiner Person: Ich heiße Kathrin Fleischer, bin 27 Jahre jung und wurde im Herbst 2014 auf meine erste Dienststelle als Diakonin gesendet. Sendung? Was bedeutet das eigentlich? Werde ich wie ein Brief irgendwohin versendet? Nein, so ist es nicht gemeint. Konkret ist es so, dass es einen gewissen Pool an Stellen gibt. Arbeitsplätze, an denen Diakoninnen und Diakone gebraucht werden. Diese Stellen werden dann durch ein Sendungsverfahren besetzt. In dieses Verfahren fließen verschiedene Kriterien mit ein. Alles, z.B. persönliche Wünsche, familiäre Situation, Fachausbildung, Stärken und Schwächen usw., fließt mit ein in die Gespräche, welche Stelle sich für einen eignet. Nicht immer kann dabei alles beachtet werden, aber man ist beteiligt. Nach einem Ja von allen Beteiligten ist dann hoffentlich die „richtige“ Stelle gefunden. So wurde ich zum Beispiel nach Ansbach gesendet, auf eine Stelle mit vielen Teilen. Kinder-, Jugend- und Familienarbeit und Seelsorge, das sind meine Schwerpunkte. Es ist nicht leicht, alles unter einen Hut zu bekommen, aber geht man Schritt für Schritt und behält dabei noch sich selbst im Blick ist auch diese Hürde zu schaffen. Erleichternd ist es, dass man damit nicht alleine ist. Viele andere Diakoninnen und Diakone in der Region stehen einem stets mit Rat und Tat zur Seite. Bildlich gesprochen sind wir alle verbunden durch ein Netz, ein Netz in das ich mich mal fallen lassen kann oder daran festhalten kann. Verbunden sind die Diakoninnen vor Ort zum Beispiel durch die Regionalgruppen. Ungefähr einmal im Monat, treffen sich alle Diakoninnen aus der Region. Dann ist Zeit für persönliche Gespräche, ein gemeinsames Essen, eine Andacht – und noch viel mehr. Es ist eine Zeit zum Auftanken.

So und was mache ich jetzt konkret jeden Tag als Diakonin? Fest steht, dass jeder Tag anders ist und ich sehr flexibel in meiner Zeiteinteilung bin. Letzte Woche hat sich meine Arbeitszeit zum Beispiel mit folgendem gefüllt: Vorbereitungstreffen für den Kinderbibeltag, Vorbereitung auf den Familiengottesdienst, Konficamp, Treffen mit Jugendlichen, um den Jugendraum einzurichten, Kirchenvorstandssitzung, Sprechstunde in der Hochschule, telefonieren, E-Mails beantworten… und noch vieles zwischen „Tür und Angel“. Es macht mich glücklich und zufrieden, wenn man an ganz verschiedenen Orten, zu ganz verschiedenen Gelegenheiten seinen Glauben leben kann, das heißt für mich Glaubesinhalte in die Tat umsetzten kann und andere davon begeistert – darum bin ich gerne Diakonin.

"Mannschaftsspielerin"

Hallo, ich heiße Lisanna Täschlein und bin 22 Jahre alt. Nach meiner Fachausbildung zur Erzieherin befinde ich mich aktuell im Studium Diakonik. Stelle dir einmal vor, du willst ein Gericht kochen und die entscheidende Zutat fehlt dir. Was machst du? Hier in Rummelsberg ist das kein Problem. Denn bei so vielen Frauen, mit denen ich zusammen wohne, kann immer und bei allem ausgeholfen werden. Dies beruht natürlich auf Gegenseitigkeit und so bin ich gerne für Andere da und helfe wo ich gebraucht werde. Dieses gegenseitige Helfen ist natürlich auf alle Lebensbereich übertragbar. Beim gemeinsamen Wohnen kann man viele wertvolle Erfahrungen sammeln. Vor allem das Zusammenleben mit so vielen unterschiedlichen Charakteren ist eine gewinnbringende, unersetzliche und wertvolle Erfahrung, worüber ich froh bin, sie machen zu dürfen. Zudem lernt man die vielfältigsten Persönlichkeiten mit ihren Ansichten kennen, wodurch neue Ideen und Ansätze gesammelt werden können, um Herausforderungen zu schaffen. Gespräche bieten dabei Raum für Inspiration und Reflexion. Durch die gesammelten positiven aber auch negativen Erfahrungen wird man auf die spätere Arbeit im sozialen Bereich sowie auf das zukünftige Leben in einer Gemeinschaft vorbereitet und gestärkt. Somit ist die Küche ein zentraler Ort, dort wird in erster Linie nicht nur gegessen sondern auch viel gequatscht.

Die Andachten sind ein Bestandteil, in dem gemeinsam Glaube gelebt werden kann. Dabei haben alle die Möglichkeit Andachten selbst zu gestalten. Einmal im Monat findet ein gemeinschaftlicher Abend statt, dort treffen sich alle am jeweiligen Wohnort (Rummelsberg oder Nürnberg) lebende Frauen, die sich in Ausbildung zur Diakonin befinden. Die Abende stehen jeweils unter einem Motto und werden von uns Frauen selbstständig organisiert. Der gemeinschaftliche Abend ist auch ein Ort an dem man mit Frauen in Kontakt kommt, welche im Alltag nicht so häufig gesehen werden. Jede Frau kann sich entsprechend ihrer Fähigkeiten einbringen und trägt dazu bei, dass das Leben in der Gemeinschaft vielfältig, bunt und einmalig ist. 

"Netzspinnerin"

Warum ich mich jederzeit wieder entscheiden würde...

Mein Name ist Stephanie Harkort (36), verheiratet und Mutter von drei Kindern. Seit 1998 bin ich Mitglied der Diakoninnengemeinschaft Rummelsberg und immer wieder neu dankbar darüber diese Entscheidung getroffen zu haben.

Ich erlebe mich als Teil eines Netzwerkes, in dem ich in meiner vielfältigen Lebenswirklichkeit als Frau Platz finden kann und dieses selbst mitgestalte.

Nicht nur als Dienstanfängerin vor 13 Jahren wurde mir die fachliche und geistliche Stärkung meiner Gemeinschaft deutlich, sondern auch in meinem privaten Leben.

Vereinbarkeit von Beruf/Berufung und Privatleben/Familie wurden mir vorgelebt - bayernweit. Der Einblick in Lebensmodelle, Grenzerfahrungen und persönlichen Wegen im Glauben standen und stehen mir offen. Ob ich im Dienst stehe oder als Familienfrau in Elternzeit arbeite.

Beides habe ich erlebt. Als meine Tochter 2006 geboren wurde, war ich weiterhin mit einer halben Stelle in der Gemeinde tätig und mein Mann und ich teilten uns unsere neuen Aufgaben als Eltern. 2008 wurde unser Sohn Teil unserer Familie und ich nahm Elternzeit.

Von 2010 bis 2016 habe ich in Rummelsberg als Studierendenbegleiterin der Diakoninnengemeinschaft gearbeitet und versucht, den jungen Frauen auf ihrem Weg zur Diakonin zur Seite zu stehen. Aktuell bin ich in Elternzeit.

An dem Netz der Diakoninnengemeinschaft möchte ich gerne weiterhin "mitspinnen, Andere auffangen und auch mich auffangen lassen".

Diakonin-sein - Gemeinschaftsfrau - Netzspinnerin: Eine wichtige Säule meines Lebens.

-Schriftgröße+
Sie sind hier: www.diakon.de > Über die Gemeinschaften
Druckversion/NurText-VersionDruckversion